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Röhrentausch bei einem Laney EL34 Topteil.
Der Laney ist ein 1-Kanal Topteil mit 50 Watt, er klingt sehr sauber und hat ein tierisch guten Grundsound... zwar nur clean aber das macht schon z.B. mit nem Sansamp als "Zuspieler" nix mehr aus ;).
Ok.. nun zu dem wesentlichen... wie tausch ich die Röhren und stell das Bias ein?
Vorab natürlich:
Selbstverständlich muss ich auch darauf hinweisen, dass die Benutzung dieser Anleitung auf eigene Gefahr erfolgt und keine Garantie gegeben werden kann, dass diese frei von Fehlern ist.
Schadensersatzforderungen für defekte Verstärker, Personenschäden usw. sind ausgeschlossen.
Vorsicht: an diesem Verstärker herscht Hochspannung!!!.
Wer sich das zutraut kann hier an dieser Stelle lesen und sehen wie ich es gemacht habe:
Das ganze ist relativ einfach und ihr braucht lediglich folgendes dazu:

1) Ein paar neue Endstufenröhren EL34
- meine Empfehlung: TT EL34 B (auch auf dem Bild zu sehen)
2) Ein Bias-Messadapter Bausatz Oktal (gibt´s auch hier)
3) Ein Voltmeter
4) Optional neue Vorstufenröhren (wenn nötig)
Hier kann ich folgendes empfehlen:
4.1) Das TT Ultimate Tubemap (PDF) von Dirk vorab mal zu lesen
4.2) Die Tung-Sol 12AX7 (Bild) - klingen nach meinem Geschmack sehr warm und klar - sehr gut für einen Grundsound
4.3) Kombinationen aus den Tung-Sol und GE 5751 (Bild links) - die GE 5751 ist zwar ein bischen teurer.. aber jeden Cent wert!
Ok.. nun aber endlich los... versprochen ;-)
Part 1

# Gerät vom Netz nehmen (Stromstecker raus)
# aufschrauben
# Endstufenrören rausnehmen
Zum messen dieser Spannung legt ihr einfach von oben im Röhrensockel den Voltmeter an Pin 3 und Pin 8 (die Pin bezeichnungen findet Ihr unterhalb auf dem Sockel).
# Gerät wieder ans Netz nehmen (Stromstecker rein, anschalten)
# Anodenspannung "vorsichtig" messen (Voltmeter vorher entspr. einstellen (siehe Bild))
In meinem Fall hab ich wie oben auf dem Bild zu sehen ist 451 Volt gemessen...
(Die gemessene Spannung liegt aber im Normalbetrieb (also unter Last) n bissel tiefer als im Leerlauf – Bsp. bei 450 Volt (ohne Last) kann man in derRegel von 420-430 Volt (unter Last) ausgehen.)
# Nun das Gerät wieder vom Netz nehmen (ausschalten, Stromstecker raus)
Part 2

# Bias-Messadapter anbringen
# diesen am Voltmeter einstecken
# neue Endstufenröhren draufstecken
Nun messen wir den Soll-Wert, in dem wir über 1-Ohm d.h. vom Prinzip her läuft das so, dass unser Voltmeter auf einen Spannungs-Messbereich von Bsp. 200 mV eingestellt wird und parallel zum Messwiderstand angesetzt wird (was aber schon am Bias-Messadapter richtig angelötet ist).
Wird nun ein Wert von 40 mV gemessen, so entspricht dieser auch genau dem Strom – also 40 mA.
# Voltmeter einstellen
# Amp an (Stromstecker rein, anschalten)
# Messen (am besten unter Last (jemand spielt dabei den Amp))
Hier in meinem Fall hatte ich 18,3 mV, die also 18,3 mA entsprechen.
Ermittlung des Soll-Werts
Genug Praxis, nun wieder mal Theorie ;)
Wir ermitteln nun aus der folgenden Tabelle den Minimal- und Maximalwert des Ruhestroms:
| Anodenspannung [V] |
[mA] |
250 |
300 |
350 |
400 |
450 |
500 |
550 |
600 |
MPI[W] |
| Röhrentyp |
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| EL34 |
Min. |
50 |
42 |
36 |
31 |
28 |
25 |
23 |
21 |
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Max. |
70 |
58 |
50 |
44 |
39 |
35 |
32 |
29 |
30 |
Also in meinem Beispiel: mein Amp arbeitete mit einer Anodenspannung von ca. 420-430 V. Dies bedeutet nach der Tabelle einen Einstellbereich von ca. 30 – 40 mA. Gemessen hatte ich 18,3 mA, also noch richtig Spiel nach "oben".
Part 3
Wenn ihr den Amp so aufgebaut habt, dass ihr unten einstellen könnt, während ihr messen und dabei spielen könnt passt das... falls nicht, noch mal Stecker raus und am besten so anordnen.
Wie auf dem Bild zu sehen ist, gibts beim Laney einen keinen Poti zum Bias einstellen... also wenn ihr spielt, daran dreht und auf das Messgerät schaut... dann solltet ihr einfach in dem oben aus der Tabelle gelesenen Bereich den passenden Sound für Euren Geschmack einstellen.
Ich bin fündig bei 36,8 mV bzw. mA geworden.

nun wieder:
# Gerät vom Netz nehmen (Stromstecker raus)
# zuschrauben und loslegen oder
Part 4 (alternativ)
# Die neuen Vorstufenröhren reinstecken
# zuschrauben und loslegen
Das wars... ich hoffe es hat Euch weitergeholfen. Viel Spaß bzw. groovige Stunden mit den neuen Röhren und einem alten, aber guten Amp ;).
Ralf Dietle
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